Marienkäfer

Funktionierende Beziehungen – Artikelserie: Positive Psychologie

Funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen sind etwas enorm wichtiges. Zum einen tragen diese Beziehungen ungemein zum Wohlbefinden und zur psychischen Gesundheit bei. Andererseits bringen gute Beziehungen dich auch im Geschäftsleben sehr weit.
Es ist nicht immer einfach mit anderen Menschen umzugehen, da wir alle extrem unterschiedlich ticken. Allerdings gibt es ein paar Grundregeln und Verhaltensweisen, die zu einer positiven Beziehung beitragen können.
Grundlagen einer funktionierenden Beziehung
Die folgenden Aspekte tragen grundlegend zu einer funktionierenden Beziehung bei. Alle diese Aspekte beeinflussen die Beziehung zu einem anderen Menschen maßgeblich. Dabei lässt sich das ganze auf jede Art von Beziehung übertragen.
Sich kennen
Mit der Zeit lernt man sich immer besser kennen. Wenn man sein Gegenüber kennt ist es leichter die Person zu verstehen und mit ihr umzugehen. Um ein wirkliches Kennen zu erreichen muss in der Regel eine gewisse Zeit investiert werden. Aber auch Offenheit ist eine Voraussetzung dafür, dass beide sich näher kennen lernen können.
Zuschreibungen
Wenn du einmal darüber nachdenkst fällt dir auf, dass du deinem Gegenüber eigentlich fortwährend irgendetwas unterstellst. Das muss nicht negativ sein, ist es aber leider oft. Wir versuchen die ganze Zeit uns vorzustellen, warum der andere das macht, sagt und denkt. Dabei können aber eben auch Dinge unterstellt werden, die gar nicht der Realität entsprechen.
Respekt
Dieser Punkt sollte eigentlich eine klare Sache sein, leider ist das in der Praxis oft ganz anders. Respekt und Akzeptanz dem anderen gegenüber bedeuten unter anderem, dass du akzeptierst, dass er anders aufgewachsen ist und andere Meinungen und Ansichten haben kann. Es bedeutet aber natürlich auch, dass du die Person als Mensch respektierst und weder psychische noch körperliche Gewalt ausübst. In so einem Fall sollte man natürlich klare Grenzen setzen und auch durchsetzen.
Wechselseitigkeit
In jeder Beziehung sollte ein einigermaßen ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden Parteien herrschen. Das bedeutet dass beide Personen gleichermaßen mit einbezogen werden und gemeinsame Lösungen gefunden werden. Sicher funktioniert es gut, erst einmal zu geben und dann erst etwas zurück zu erwarten. Aber weder das eine noch das andere alleine bringt eine Beziehung voran, sonst entsteht im schlimmsten Fall eine Abhängigkeit vom Anderen.
Kontinuität
Menschen entwickeln sich stetig weiter. Das ganze Leben, die Welt, einfach alles ist immer im Fluß. Auch Beziehungen sollten sich dementsprechend zusammen mit den Menschen, die daran beteiligt sind weiterentwickeln. Denn wenn die Beziehung sich als solche nicht mehr weiterentwickelt, dann bleibt sie in der Regel hinter der Entwicklung der Menschen zurück.
In einer Beziehung gilt es aber auch bestimmte Fehler zu vermeiden. Zwei möglicherweise Fatale Ansichten, die soziale Interaktionen erschweren können sind folgende:
Alle sind wie ich
Fälschlicherweise gehen wir alle erst einmal davon aus, dass alle Menschen wie wir sind. Das ist aber leider nicht so. Andere Menschen sind anders aufgewachsen als du und sie haben andere Ansichten. Diesen Umstand gilt es zu akzeptieren, auch wenn es manchmal schwer fällt. Mach dir immer wieder klar, dass dein Gegenüber nicht alles genauso sehen muss wie du. Es geht darum, die Gefühle und Gedanken des anderen zu akzeptieren und gemeinsame Lösungen zu finden. Es kann wirklich schwer sein, das zu akzeptieren aber manchmal hat keiner recht sondern es handelt sich einfach nur um subjektive Eindrücke.
Alle müssen perfekt sein
Wir haben Ansprüche an uns selbst und einige Menschen haben an andere Personen lediglich die gleichen Ansprüche wie an sich selbst. Das ist auch löblich allerdings muss auch hier der obige Satz beachtet werden. Andere Menschen haben nicht die gleichen Ansprüche an sich und andere, wie du. Sie haben nicht die gleichen Ansichten und damit nicht das gleiche Verhalten. Punkt. Du hast nicht das Recht von anderen ein bestimmtes Verhalten zu erwarten. Deinerseits musst aber auch du nicht perfekt sein. Ist es nicht leichter, wenn man dem anderen seine Fehler und Macken eingesteht und auch seinerseits nicht unter Druck steht, perfekt sein zu müssen?
In diesem vorherigen Artikel der Serie ging es darum, deine persönlichen Stärken zu finden und im Alltag umzusetzen. Persönliche Stärken sind aber auch in Beziehungen wichtig.
Jeder bringt seine eigenen Stärken in die Beziehung mit ein. Dabei können diese Stärken der Beziehung nutzen, oder schaden.
Überleg dir, welche persönlichen Stärken du in eine Beziehung einbringst und welche dein Partner einbringt. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um eine Partnerschaft, Freundschaft oder Geschäftsbeziehung handelt.
Wenn man sich der eigenen persönlichen Stärken und denen des Partners bewusst ist kann man diese wertschätzen, einbringen und sinnvoll bündeln.
So können sich zwei Menschen mit ganz unterschiedlichen Stärken wunderbar ergänzen. Vielleicht kennst du ein Paar, bei dem ein Partner schnell aufbrausend ist und der andere ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holt.
Oder anders herum ein Paar, bei dem einer der Partner nicht so richtig aus dem Knick kommt und vom anderen ein wenig motiviert und angespornt wird.
Um ein gute Beziehung aufzubauen und aufrecht zu erhalten ist es wichtig die positiven Eigenschaften des anderen zu schätzen. Deshalb mach dir immer wieder bewusst, welche Stärken dein Gegenüber hat und in die Beziehung einbringt.
Positve Stärken, die sich auf die Beziehung auswirken können sind zum Beispiel:

  • Fairness
  • Integrität
  • Intimität
  • Güte/ Großzügigkeit
  • Vergebungsbereitschaft
  • Dankbarkeit
  • usw.

Finde heraus, welche Stärken du und dein Partner einbringen und wie du beides zu einer gesunden Beziehung nutzen kannst.
Emotionale Intelligenz
Nicht umsonst hat man festgestellt, dass der sogenannte EQ einen weiter voran bringt als der IQ. Natürlich bringen Beziehungen sehr viel. Die emotionale Intelligenz eines jeden Menschen ist enorm wichtig für seine Beziehungen.
Zur emotionalen Intelligenz zählen im wesentlich die folgenden Fähigkeiten:
Gefühle erkennen
Du solltest deine eigenen Gefühle erkennen und einordnen können, damit du optimal damit umgehen kannst.
Gefühle bewältigen
Intensive Gefühle können schon überwäligend sein. Die Kunst ist es, mit deinen Gefühlen umzugehen und dich im Zaum zu halten, wenn du zum Beispiel ärgerlich wirst.
Motivation
Dich und andere zu motivieren ist eine wichtige Eigenschaft im Umgang mit anderen Menschen, besonders zum Beispiel in einer Führungsposition. Aber auch im privaten Umfeld kann das hilfreich sein.
Gefühle bei anderen erkennen
Um mit deinem Gegenüber umzugehen ist es natürlich unumgänglich, dass du die Gefühle des anderen erkennen kannst. Nur so kannst du angemessen auf diese reagieren.
Kommunikation und soziale Kompetenz
Hierzu gehören ein gutes Konfliktmanagement, die Fähigkeit Kontakte zu knüpfen und aufrecht zu erhalten aber auch sich klar und verständlich ausdrücken zu können, sowie die Fähigkeit zuzuhören.
Was du in Zukunft aktiv für bessere Beziehungen tun kannst, hier noch einmal zusammengefasst:

  • Offen und Authentisch miteinander umgehen
  • Davon ausgehen, dass dein Gegenüber die besten Absichten hat
  • Gegenseitiger Respekt als Mensch
  • Von Herzen gerne geben
  • Nicht von dir auf andere schließen
  • Keine Perfektion erwarten
  • Auf die eigenen persönlichen Stärken und die des Partners achten
  • Im Gespräch ruhig und sachlich bleiben
  • Auf die Gefühle des anderen eingehen, wenn möglich
  • Aktiv zuhören

Das ist nun ganz schön viel auf einmal. Versuche wie immer eins nach dem anderen in dein Leben zu integrieren.
Die schnellsten Erfolgserlebnisse wirst du wahrscheinlich bekommen, wenn du ab sofort versuchst aktiv zuzuhören.
Menschen hören sich selbst gerne reden, das ist Fakt. Sie halten sich natürlich auch immer für interessant und kompetent.
Höre aktiv zu und dein Gegenüber wird dich mehr mögen, ohne zu wissen warum. Schau ihm dabei in die Augen und lass deinen Blick nicht im Raum umher schweifen. Nicke und mache zustimmende Laute.
Fasse am Ende noch einmal kurz und sinngemäß zusammen, was die Person gesagt hat und frage, ob du das richtig verstanden hast. Und das wichtigste natürlich: Lass ihn ausreden. Es wird funktionieren. 😉
Das war nun der letzte Artikel der Serie Positive Psychologie. Ich hoffe du konntest einiges mitnehmen und dein Leben ein Stück positiver gestalten.
Hier findest du noch einmal alle anderen Artikel der Reihe:
Vergangenheit aufarbeiten
Hier und Jetzt
Optimistisch in die Zukunft
Sinn im Leben
Persönliche Stärken finden und einsetzen
Self-Image
Fällt es dir leicht mit anderen Menschen umzugehen? Schreib mir doch einen Kommentar, ich freue mich über dein Feedback. 🙂

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