Denk an dich

Denk an dich

Egoismus. Ein großes Thema. Hörst du dich selbst zu oft sagen: „Das ist doch egoistisch von dir.“ Und kümmerst du dich vielleicht nicht ganz so oft um dich selbst wie du solltest, weil du nicht egoistisch sein willst?
Ungesunder Egoismus
Wovon ist denn nun eigentlich die Rede, wenn man davon spricht, dass jemand egoistisch ist? Im Allgemeinen bezeichnet man als egoistisch Menschen, die nur an sich denken und auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind.
Ja, man kann das ganze übertreiben. Wann ist Egoismus denn ungesund? Übersteigerter Egoismus hat nicht selten ungesunde Ursachen. Ein geringes Selbstwertgefühl oder starke Verlustängste können zu stark egoistischem Handeln führen.
Bist du mit dir im reinen, fühlst dich in deiner Haut wohl und vertraust im Grunde immer darauf, dass alles sich am Ende zum Besten wendet dann brauchst du nicht immer stur auf deinen Vorteil zu beharren, völlig egal wie es anderen damit geht.
Mit einem übersteigert egoistischen Verhalten sorgst du früher oder später außerdem dafür, dass deine sozialen Beziehungen den Bach runter gehen, dass niemand dich mehr ernst nimmt und unterstützt, solltest du einmal Hilfe brauchen. Allerdings ist es fast unmöglich völlig ohne die Unterstützung anderer auszukommen.
Es ist klar, dass die Menschen sich von dir abwenden, wenn du ihnen regelmäßig bereitwillig Schaden zufügst, um deine eigenen Interessen durchzusetzen. Damit schadest du dir selbst, weil sozialer Umgang zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehört.
Vielleicht hast du auch schon einmal den Begriff Kaspar-Hauser-Syndrom gehört. Auch genannt Hospitalismus beschreibt dieses Syndrom die gesundheitlichen Auswirkungen von mangelndem sozialem Umgang auf Menschen, oder auch Tiere. Diese können verheerend sein. Ein gesundes soziales Netz ist also unabdingbar für deine psychische Gesundheit.
Es gibt nur egoistische Motive
Selbst dann also, wenn du dich gut um andere kümmerst, liegen dem bloß egoistische Motive zu Grunde. Nicht bloß um deiner eigenen Gesundheit willen, oder um deine Vorteile als Teil einer sozialen Gesellschaft zu sichern, sondern auch um dich einfach besser zu fühlen.
Angenommen du bist davon überzeugt, dass man nicht egoistisch sein darf und anderen immer helfen muss, dann fühlst du dich schlecht, wenn du das nicht machst. Du hilfst also anderen und bis selbstlos um deine eigene Moral zufrieden zu stellen und dich gut zu fühlen. Um nicht das Gefühl zu haben, deinen eigenen Werten entgegen zu handeln.
Anderen Menschen zu helfen gibt auch ein gutes Gefühl. Hilfst du einer Dame im Bus ihren Kinderwagen durch die Tür zu hieven, dann fühlst du dich doch gleich besser. Sie schenkt dir ein Lächeln, du hast dich vor anderen Menschen als ein guter Mensch präsentiert und hast das Gefühl deine „Gute Tat“ für heute erledigt zu haben, nicht wahr?
Über die Motive von von Selbstlosigkeit habe ich schon einmal einen Artikel geschrieben.
Anders erklärt: Motive für Taten können nur aus dir selbst heraus kommen. Egal wovon du überzeugt bist, selbst wenn du glaubst die Auflagen kämen von aussen, in Wirklichkeit steckt das alles in deinem Kopf, in dir selbst. Somit ist absolut alles was du tust egoistisch begründet.
[bctt tweet=“Alles was du tust, tust du im Grunde für dich selbst.“]
Menschen helfen
Willst du Teil einer sozialen Gesellschaft sein und anderen Menschen gutes tun? Dann solltest du auch für andere Menschen da sein und darauf achten, sie nicht in ihren Interessen zu beschneiden, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.
Allerdings solltest du dich nicht dazu zwingen oder drängen lassen. Entscheidend sind auch hier die richtigen Motive. Vielleicht kennst du das ja: Wenn du jemanden wirklich magst dann hilfst du ihm einfach gerne, machst vielleicht gerne mal ein kleines Geschenk oder bist auf andere Weise gerne für ihn da.
Das alles machst du ungefragt. Weil du diese Person von Herzen magst. Genau so sollte das sein. Wenn du „selbstlos“ sein möchtest, dann achte darauf, dass du das auch gerne machst und alle Hilfe und Zuwendung von Herzen kommt.
Denn wenn du dich dazu nötigen lässt Dinge für andere zu tun, die du eigentlich gar nicht tun willst, leidet zum einen deine Beziehung zu eben diesen Personen langfristig darunter. Zum anderen leidet aber auch deine Beziehung zum Thema Helfen.
Früher oder später macht es dir keine Freude mehr anderen Gutes zu tun, weil du das unbewusst mit den unangenehmen Nötigungen verbindest. Somit wirst du wieder egoistischer und schadest damit wiederum dir selbst.
Gesunder Egoismus
Setzt du genau das um, nämlich nur dann für andere Menschen da zu sein, wenn du das von Herzen möchtest, dann hast du schon den ersten Schritt hin zum gesunden Egoismus getan.
Egoismus ist nämlich nicht grundsätzlich etwas schelchtes. Im Gegenteil, du solltest sogar egoistisch sein. Auch wenn es hart klingt: Wenn jeder sich um sich selbst kümmert, dann ist für jeden gesorgt.
Du bist die Person die immer für dich da sein wird. Eines Tages wirst du sterben und wer dabei sein wird bist du allein. Du selbst begleitest dich Tag und Nacht und dein ganzes Leben lang und niemand sonst.
Also warum solltest du dich nicht gut um dich selbst kümmern? Warum solltest du es weniger verdient haben Zuwendung und Gutes zu erhalten, als andere Menschen?
Kümmer dich als erstes um dich, achte darauf, deine Bedürfnisse und deine Wünsche zu erfüllen. Dann geht es dir gut und erst dann wenn es dir gut geht wirst du die nötigen Ressourcen haben dich auch um andere Menschen zu kümmern.
Dich selbst zu verausgaben wird dich nie zum Ziel führen. Vielleicht kennst du diese Menschen, die immer nur für andere da sind und sich selbst hinten anstellen.
Meistens sind die ausgelaugt und beschweren sich darüber, wie wenig von den anderen Menschen zurück kommt. Sie geben immer nur und sagen zu allem ja, am Ende bleiben sie aber auf der Strecke. Das macht einfach nicht glücklich.
Glücklich macht helfen erst dann, wenn es dir selbst gut geht und du von Herzen gerne gibst. Dann erwartest du auch nichts zurück, was du nicht zurück bekommst. Sondern dann gibst du nur um zu geben und fühlst dich gut dabei. So einfach ist das.
Wann fühlst du dich zu egoistisch und wann gibst du dich zu sehr für andere auf? Oder bist du eher der Meinung, dass die Menschen sich mehr für andere aufgeben sollten? Schreib mir einen Kommentar, ich freue mich über dein Feedback. 🙂
Sei du selbst und geh deinen Weg!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Gabi Storch

    Hallo, ich finde den Betrag sehr interessant. Habe ihn mehrfach durch lesen müssen,weil mein Exfreund mich als Egoistischen Mensch darstellt, weil ich mir für mich selbst Zeit genommen habe um mich mit Freunden zu treffen …..
    Ich finde es wichtig anderen zu helfen ohne danach etwas zu verlangen……Weil so mache ich das….es ist aber auch wichtig an sich zu denken und das ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder sich rechtfertigen zu müssen. Und nun weiß ich das ich einen gesunden Egoismus besitze. Danke für diesen Artikel LG Storch, Gabi

    1. Hallo Gabi,

      es freut mich, dass dich der Artikel nochmals darin bestärkt hat.

      Bleib dabei und kümmere dich immer gut um dich, egal was kommt. 🙂

      Liebe Grüße,
      Tina

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