Wie bekomme ich was ich will?

Wie bekomme ich was ich will?

In der Kommunikationspsychologie gibt es zwei wichtige Fachbegriffe, die sehr viel damit zu tun haben, ob du bekommst was du willst oder nicht: Kongruenz und Inkongruenz.
Keine Sorge, das hier wird kein komplizierter Fachtext. Kongruenz bedeutet einfach nur, dass etwas zusammen passt und übereinstimmt. Es bedeutet, dass das was du sagst mit dem übereinstimmt was du denkst und wie du dich verhältst.
Inkongruent bist du zum Beispiel dann, wenn du auf die Frage: „Wie geht’s?“ mit „Gut.“ antwortest, aber gleichzeitig eher schlapp und müde aussiehst und dich ebenso fühlst.
Kongruent wäre es in dem Beispiel zu sagen: „Ich fühle mich ein wenig schlapp und müde.“
Wieso bekomme ich nicht was ich will?
Aber wieso bekommst du denn dann eigentlich nicht was du willst? Ganz einfach – viele Dinge die wir uns wünschen hängen auch von anderen Menschen und der Umwelt ab. Nun können wir aber nicht erwarten, dass wir von ihnen bekommen was wir wollen, wenn die das gar nicht wissen können.
Ich kann zum Beispiel nicht von meinem Chef erwarten, dass ich eine fette Gehaltserhöhung bekomme, wenn ich ihm sage, dass ich mit meinem Gehalt zufrieden bin.
Woher soll er denn bitte wissen, dass ich mehr Geld will, wenn ich es ihm nicht sage?
Ein ähnliches Problem besteht sehr oft beim Sex zwischen Mann und Frau (oder natürlich auch anderen Konstellationen).
Es gibt diese Frauen, die vor sich hin stöhnen und einen Orgasmus vortäuschen obwohl es ihnen eigentlich gar keinen Spaß macht. Ja, liebe Männer die gibt es.
Aber liebe Frauen, warum erwartet ihr denn dann von dem Kerl, dass er sich bessert?
In dem Fall bekommt Frau im Bett also nur das gewünschte Verhalten vom Mann, wenn sie ihm deutlich macht, was ihr gefällt und was nicht.
Zwischen erwachsenen Menschen sollte es doch kein Problem sein, offen über seine Wünsche zu sprechen.
Genauso ist das aber auch oft in der Beziehung. Frau sagt, sie will nichts zum Valentinstag, will es aber eigentlich doch. Mann denkt: Okay, sie will nichts, dann schenke ich ihr nichts.
Am Ende ist es nicht richtig, weil die Frau doch was wollte. Sei ehrlich – hast du sowas ähnliches nicht auch schon gemacht?
Das große Problem für den Mann in diesem Beispiel ist folgendes: Egal was er macht, es ist falsch. Wenn er ihr doch etwas schenkt, dann sagt sie vielleicht: „Ich hab doch gesagt, dass ich nichts will.“
Schenkt er ihr nichts, dann ist sie vielleicht enttäuscht, weil sie sich doch etwas gewünscht hätte.
Vielleicht erinnerst du dich an eine Situation, in der dein Gegenüber sich so verhalten hat und du einfach nicht wusstest, wie du dich nun verhalten sollst.
Das kann ziemlich schwierig sein und eine Beziehung belasten. Es gibt sogar die Theorie, dass so ein Verhalten gegenüber Kindern zu Schizophrenie führen kann.
Allerdings ist das wirklich nur eine Theorie und keinesfalls belegt.
Trotzdem sollte dir nun klar sein, warum du bei deinem Gegenüber mit solchem Verhalten nur pure Verwirrung auslöst.
Das Endresultat ist, dass du absolut nicht das bekommst, was du willst.
Verwirrung in dir selbst
Ob du bekommst was du willst hat aber noch viel mehr mit dir selbst zu tun. Du bist nämlich nicht bloß abhängig von anderen Menschen, sondern vieles kannst du dir selbst schenken.
Aber du kannst auch inkongruent in dir selbst sein. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass dein Kopf eine Sache sagt, aber dein Gefühl ist ein anderes.
Meistens ist es auch so, wenn du vor einer schwierigen Entscheidung stehst und dich nicht entscheiden kannst.
Am Ende machst du dann meistens gar nichts, weil du dich selbst blockierst und wenn du nicht handelst, dann bekommst du auch nicht was du willst. So einfach ist das.
Es ist also immer auch wichtig, dass du auch die Dinge tust, die du tun willst oder die zu dem führen und auch dass du klare Entscheidungen triffst. Dazu musst du dich intensiv mit deinen Gefühlen beschäftigen.
Wie bekomme ich was ich will?
Das Richtige zu tun bedeutet oft das Gegenteil vom Falschen zu tun. Das heißt, anstatt inkongruente Dinge von dir zu geben, was wie wir sehen die falsche Methode ist, solltest du kongruent sein.
Wenn du etwas bestimmtes von einer Person willst, dann sag ihr das klipp und klar. Das ist keine Garantie um das gewünschte Verhalten bei ihr zu erreichen. Aber es ist schonmal keine Garantie dafür, dass sie es nicht macht.
Willst du etwas anderes erreichen, dann musst du dich entsprechend verhalten. Meine Mutter hat immer den Spruch gelassen: „Du willst wie eine Erwachsene behandelt werden, dann verhalte dich auch so.“
Ein ziemlich nerviger Spruch, aber da ist was Wahres dran. Möchtest du respektiert werden, dann verhalte dich wie jemand, der Respekt verdient hat.
Willst du, dass jemand dir Glauben schenkt, dann verhalte dich Glaubwürdig.
Ist es dir wichtig Erfolg zu haben, dann tu was nötig ist um diesen Erfolg zu erringen. Die Inkongruenz besteht hier darin, dass du sagst: „Ich will eine Million Euro.“ aber trotzdem nur faul auf der Couch liegst und dir Frauentausch reinziehst.
Dass man mit diesem Verhalten keine Million Euro bekommt sollte wohl klar sein. Es sei denn es stirbt gerade deine einzige Verwandte alte Großtante vor Langeweile und du erbst einen haufen Schotter. In der Regel sieht es aber anders aus. Du musst dein Verhalten mit deinen Wünschen abstimmen.
Wenn du dir etwas wünschst, dann achte darauf, wie du dich Verhalten musst, so dass es deinem Wunsch auch entspricht.
Jedes Mal, wenn du über irgendetwas nörgelst oder einen Wunsch äußerst, dann überleg dir genau, ob dein Verhalten mit diesem Wunsch übereinstimmt.
Hast du es geschafft in dir kongruent zu sein, zu sprechen und zu handeln dann wirst du die Dinge, die du willst bekommen.
Wahrscheinlich nicht sofort. Aber mit der Zeit wird alles seinen Weg zu dir finden. Nur, weil du kongruent bist.
Denke an eine Sache die du bekommen hast und dann frage dich ob du damals kongruent warst. Wahrscheinlich warst du es.
Mal ehrlich: Wie oft bist du inkongruent und wunderst dich dann, dass du nicht bekommst was du willst? Schreib mir doch einen Kommentar, ich freue mich über dein Feedback. 🙂
Sei du selbst und geh deinen Weg!


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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Sandra

    Stimmt absolut! Und ich glaube, es funktioniert auch andersherum: wenn man sagt, was man will, hilft das, die eigenen Gedanken und Gefühle zu systematisieren, in eine Subjekt-Prädikat-Objekt-Ordnung zu bringen. Dadurch und dadurch, dass man es laut ausspricht, wird man sich selbst darüber klar, was man eigentlich will.

  2. Hi Sandra,
    da hast du absolut recht. Meistens funktioniert sowas immer in mehrere Richtungen. 😉
    Liebe Grüße
    Tina

  3. Daniel

    Ein solch guter Text hätte eine bessere Zeichensetzung verdient.

    1. Hi Daniel,
      Danke für deine sicherlich gut gemeinte Kritik. 🙂
      Ich bin frei nach Elfriede Jelinek jedoch der Meinung ein guter Text keine Zeichensetzung braucht um seine Wirkung zu entfalten.
      Alles liebe
      Deine Tina

  4. betschn

    richtiger Moment für diesen Artikel! Danke!

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