Traumdeutung (Das Tor zum Unterbewusstsein)

Traumdeutung (Das Tor zum Unterbewusstsein)

Jeder Mensch träumt. Deshalb ist die Traumdeutung auch schon seit jeher ein großes Thema für den Menschen. Wie du deine Träume besser verstehst und sie für dich nutzen kannst erfährst du in diesem Artikel.
Deine Träume können dir einiges über dich selbst verraten. Sigmund Freud war der Meinung, dass im Traum unbewusste oder unterdrückte, vorrangig sexuelle Wünsche verschleiert zum Ausdruck gebracht werden. Da Freud so ziemlich alles auf die Sexualität des Menschen reduziert hat ist das nicht verwunderlich. Das mag zum Teil auch stimmen, allerdings ist das nicht alles, worum es beim Träumen tatsächlich geht.
Im Traum manifestieren sich deine

  • Erfahrungen
    Dinge die du am Tag erlebt hast werden in der Nacht verarbeitet, gefiltert und ins Langzeitgedächtnis übertragen. Es können sich aber auch Erfahrungen zeigen, die du vor längerer Zeit gemacht hast, die durch irgendeinen Auslöser wieder ins Bewusstsein gerufen wurden oder über die du in letzter Zeit nachgedacht hast. Einges in deinen Träumen ist also einfach eine Erinnerung, oft natürlich verzerrt und verpackt in das ganze Konzept des Traums.
  • Wünsche
    Nicht bloß sexuelle, sondern vor allem auch andere Wünsche können in deinem Traum zum Ausdruck kommen. Besonders dann, wenn du etwas wirklich schönes träumst heißt das wahrscheinlich, dass du dir etwas in der Art wünschst. Aber auch Wünsche, die du dir bewusst nicht zugestehst können sich im Traum voll und ganz entfalten, denn da gibt es keine Zensur.
  • Ängste
    Alpträume hat jeder dann und wann einmal, an diese können wir uns meistens auch ziemlich gut erinnern. Ängste, die dich in der Vergangenheit begleitet haben oder auch Zukunftsängste finden sich oft in deinen Träumen wieder, in der Regel in Form von Alpträumen.

Du siehst also, von deinen Träumen kannst du eine ganze Menge über deine unbewusste Gefühlswelt lernen.

Warum es überhaupt Sinn macht dein Unterbewusstsein zu ergründen

Dein bewusstes denken macht etwa 10% deines Denkens aus. Das muss man sich Mal bewusst machen. Das heißt im Umkehrschluss, dass dein Denken und damit also auch dein Handeln zu 90% von deinem Unterbewusstsein gesteuert werden. Logisch, dein Unterbewusstsein steuert die gesamten Funktionen deines Körpers. Ich wage zu bezweifeln, dass es Spaß machen würde das alles bewusst zu tun.
Aber es macht natürlich noch viel mehr, filtert zum Beispiel Eindrücke. Such Mal alle roten Gegenstände in dem Raum, in dem du dich gerade befindest. Und wenn du fertig bist, dann sag mir wie viele Gegenstände blau sind. Du kennst das.
Auch deine Gewohnheiten laufen unbewusst ab. Du hast gelernt dass ein bestimmter Auslöser zu bestimmtem Verhalten führen soll und dieses Verhalten automatisiert. Darüber musst du nicht mehr nachdenken.
Der unbewusste Teil deines Denkens ist außerdem für die Aufrechterhaltung deiner Glaubenssätze verantwortlich. Wenn du bereits von etwas überzeugt bist, dann werden all deine Erfahrungen gefiltert, auf Verträglichkeit mit diesem Glauben geprüft und dann entsprechend abgespeichert.
In diesem großen Teil deines Denkens und damit auch deines Seins steckt dein wahres Ich. Darin stecken die Gründe dafür, warum du handelst, wie du handelst, warum du sagst was du sagst und denkst wie du denkst. Die Gründe dafür, warum dein Leben jetzt im Moment genau so ist, wie es ist.
Wenn du dich besser kennen lernen und verstehen willst und wenn du an dir arbeiten willst führt also kaum ein Weg an deinem Unterbewusstsein vorbei. Damit hältst du den Schlüssel für deine persönliche Entwicklung in der Hand.
Deine Träume stellen eine Möglichkeit dar, Kontakt zu deinem Unterbewusstsein aufzunehmen, sind also quasi das Tor zu ihm.

Wie du deine Träume nicht mehr vergisst

Manche Menschen können sich meist sehr gut an ihre Träume erinnern, andere eher selten. Fakt ist, du träumst immer (Ausgenommen unter Narkose oder im Vollrausch, solche Substanzen stören die verschiedenen Schlafphasen).
An Alpträume erinnerst du dich wahrscheinlich eher besser, weil sie dich erschreckt haben. Außerdem erinnerst du dich natürlich am Besten an den letzten Traum, bzw. sein Ende wenn du aufwachst. In der ganzen Nacht durchleben wir nämlich mehrere Traumphasen, die wir manchmal als mehrere Träume oder auch als mehrere Abschnitte im Traum erleben.
In den ersten Minuten des Aufwachens, wenn alles noch ganz frisch ist kannst du dich noch an einiges erinnern, oft sogar Details. Innerhalb weniger Minuten verschwindet das aber meist recht schnell, je nach dem worauf du deine Aufmerksamkeit richtest.
Das heißt also dass du deinen Traum am Besten sofort nach dem Aufwachen festhältst. Ich habe dazu ein Notizbuch, das ich gleich morgens in die Hand nehme und in das ich hinein schreibe, woran ich mich erinnere.
Durch diese Angewohnheit wirst du dich immer öfter an deine Träume erinnern. Allerdings wird das auch nicht jeden Tag klappen. Ich schreibe meine Träume schon eine Weile regelmäßig auf, doch kann mich auch nicht jeden Morgen daran erinnern.
Wenn unter der Woche außerdem der Wecker deinen Schlaf stört kann das natürlich auch dazu führen, dass du deinen Traum vergisst, bzw. kurz vor dem Aufwachen einfach gerade nicht geträumt hast. In diesem Fall also vermehrt am Wochenende darauf achten.

Wie Traumdeutung tatsächlich funktioniert

Sicher hast du auch schon einmal Spaßeshalber in einem Traumdeutungsbuch geblättert. Da stehen dann oft kuriose Assoziationen drin, übrigens auch oft sexueller Natur. Fakt ist, es gibt keine allgemeingültigen Zeichen für jeden Menschen. Deine Träume basieren wie gesagt auf deinen ganz perönlichen Erfahrungen und können somit nicht verallgemeinert werden.
Niemand kann also deine Träume besser deuten, als du selbst. Pflück deinen Traum einfach auseinander und sieh was dir dabei in den Sinn kommt. An wen denkst du, wenn du bestimmte Personen im Traum siehst? Wie fühlt sich das an?
Menschen im Traum können Mischungen aus verschiedenen Menschen in deinem Leben sein, oder ein Teil deiner eigenen Person. Sie können auch bestimmte Gefühle, Wünsche oder Ängste in dir darstellen. Was kommt dir also in den Sinn?
Was in deinem Traum hat dir Angst gemacht, mit welcher Angst in deinem Alltag hat das etwas gemein? Wann hast du so eine Angst vielleicht schon einmal empfunden? Wie reagierst du auf das angsteinflößende Objekt oder Erlebnis?
Ich träume zum Beispiel recht häufig von Spinnen oder davon zu sterben. Diese Ängste sind bei mir auch recht deutlich ausgeprägt. Die Spinnen können aber auch für etwas anderes stehen. Einmal habe ich im Traum teuere Sachen auf der Straße stehen lassen, weil eine Spinne drin saß. In diesem Fall habe ich also nicht gekämpft, sondern habe mit Flucht reagiert. Dein eigenes Verhalten im Traum sagt also auch viel über dich aus.
Wenn du häufig davon träumst etwas schaffen zu wollen, aber zu versagen kann das darauf hin deuten, dass du dich selbst sehrt unter Druck setzt. Oder auch, dass du Versagensängste hast oder dir bestimmte Dinge nicht zutraust.
Träume bieten sehr viel Interpretationsspielraum. Setze deine Träume also immer in Verbindung mit deiner Person und deinem bisherigen Leben. So kommst du dir selbst am Besten auf die Spur. Wenn du eine vertraute Person hast, mit der du deine Träume besprechen kannst, kann das auch sehr hilfreich sein. Sie kann dir vielleicht neue Perspektiven eröffnen und so kannst du noch mehr über dich selbst erfahren.

Wie du die Erkenntnisse nutzen kannst

Wenn du das so anwendest dann lernst du schon einmal eine ganze Menge über dich selbst. Alles was du über dich lernst kannst du dann wie immer im Alltag für dich nutzen. Reagierst du im Traum so wie du das gerne möchtest? Oder hängen dir noch alte Verhaltensmuster nach? Dann kannst du da ansetzen.
Träumst du oft davon etwas bestimmtes nicht zu schaffen? Finde Möglichkeiten diese Fähigkeit weiter auszubauen, sodass du Selbstsicherer wirst.
Vielleicht findest du auch Stärken, die dir noch gar nicht richtig bewusst waren. Diese kannst du dann gezielt im Alltag nutzen.
Du kannst viele Baustellen finden an denen du noch arbeiten möchtest oder dich selbst überprüfen.
Ich konnte zum Beispiel einmal an meinen Träumen sehr deutlich dabei zu sehen, wie ich eine Person losgelassen habe. Bewusst hatte ich das schon zuvor. Aber unbewusst hat dieser Prozess viel länger gedauert. Meine Träume zeigen diesen Verlauf sehr deutlich.
Du kannst also auch sehen, ob du etwas tatsächlich geschafft hast, wie z. B. etwas oder jemanden loszulassen, oder ob du dir nur etwas vormachst und außerdem überprüfen, wie weit du in einem bestimmten Prozess bist.
Oft ist es auch einfach nur das Gefühl der Erkenntnis. Das Gefühl etwas besser verstanden zu haben. Das Gefühl, dich selbst besser zu kennen. Du wirst wahrscheinlich ganz von selbst herausfinden, wie du die Erkenntnisse aus deinen Träumen für dich nutzen kannst.
Beschäftigst du dich schon mit deinen Träumen? Was hat dir schon einmal dein Traum über dich verraten? Hinterlasse einen Kommentar ich bin gespannt auf deine Nachricht. 🙂
Sei du selbst und geh deinen Weg!

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