Sesam öffne dich

Sesam öffne dich

Versteckst oder verstellst du dich? Warum du dich öffnen und einfach du selbst sein solltest.
Manche Menschen sind ganz unverblümt und sagen einfach drauf los was sie denken. Sie zeigen sich einfach ganz so wie sie sind und wollen sich nicht verstellen, nur weil bestimmte Menschen in der Nähe sind.
Vor kurzem erzählte mir eine Freundin eine Anekdote aus der Reha. Eine Patientin fragte aus dem Bauch heraus den Chefarzt ob er denn nicht ganz hetero sei. Jeder dachte es, nur eine traute sich zu fragen. Super, sage ich nur!
Ich selbst bin ein sehr offener Mensch. Menschen die ich kennen lerne, denen erzähle ich – wenn es zum Thema passt – auch problemlos gleich etwas über meine Macken, oder schlimme Dinge die ich erlebt habe.
Warum ich das mache? Ganz einfach. Erstens sehe ich es nicht ein, warum ich mich anders verhalten soll als ich bin, nur weil etwa der Präsident der Vereinigten Staaten, der Papst oder ein berühmter Manager vor mir stehen.
Trotzdem bin ich nämlich immer noch ich, unabhängig davon was diese Leute von mir denken, oder wer sie sind.
Sozialer Umgang wird leichter
Zweitens hat das Vorteile. Wenn die Personen dich gleich so kennen lernen wie du wirklich bist dann entscheidet sich recht schnell ob ihr etwas miteinander anfangen könnt oder nicht. Wenn sie dich so nicht mögen, wie du dich zeigst, dann brauchst du sie auch nicht.
Außerdem hilft es den Menschen in vielen Dingen dich zu verstehen. Bestimmte Macken, Ängste oder Verhaltensweisen mit denen schwer umzugehen ist erklären sich nämlich durch einige Dinge aus deiner Vergangenheit. Weiß dein Gegenüber was du erlebt hast, dann weiß er auch warum du jetzt gerade so reagierst und kann seinerseits besser reagieren.
Wenn eine bekannte Person von dir zum Beispiel weiß, dass du auf Alkohol emotional empfindlich reagierst weil du ein alkoholkrankes Familienmitglied hast, wird diese Person wahrscheinlich nicht versuchen dich zum Trinken zu überreden oder dich sogar schützen, wenn es jemand anderes versucht.
Das macht den Umgang mit diesen Menschen dann auch für dich leichter. Für beide Seiten eben.
Warum du dich nicht zu schämen brauchst
Früher hatte ich Angst davor auf öffentlichen Toiletten zu pinkeln. Wenn noch eine andere Dame im Raum war, dann kam da einfach nichts raus. Das kennst du vielleicht.
Eine Freundin sagte einmal zu mir: „Paris Hilton sitzt auch nur auf dem Klo, mit hochrotem Kopf und presst.“
Darüber musste ich wirklich sehr lachen, aber auf jeden Fall ist etwas wahres dran. Jeder Mensch – egal wie er nach außen scheinen mag – ist immer ein Mensch und muss manche Dinge tun und hat gewisse Macken.
Jeder ist unter seinen Kleidern nackt, jeder hat als Kind in die Hose gemacht und in der Nase gebohrt und wahrscheinlich jeder hat Sex und masturbiert.
Alle Menschen haben Sorgen, Ängste und Nöte, Schwächen und Fehler und schräge Gedanken.
Wenn dir also ein Mensch begegnet, der dich einschüchtert oder dir sogar Angst macht, dann denke daran, dass er nur ein Mensch ist, so wie du.
Dein Arbeitskollege ärgert dich? Auch er hat wahrscheinlich Freunde – gute Freunde die ihn lieben, die seine guten Seiten kennen und schätzen und könnten wahrscheinlich deinen Ärger ihm gegenüber gar nicht verstehen. Versuche dir das in Erinnerung zu rufen und lass deinen Ärger verfliegen.
Eine Frage des Respekts
Die meisten Menschen meinen, sie müssten sich Respekt durch Macht und Statussymbole „verdienen“. Diesen Ansatz halte ich für völlig falsch. Ich glaube, wenn wir uns alle zu jeder Zeit so gäben wie wir wirklich sind, dann wäre uns klar, dass wir alle zusammen gehören und uns wunderbar ergänzen und jeder Mensch hätte Respekt vor jedem.
Ein Beispiel dass mir gerade dazu einfällt: Männer werden so erzogen dass sie keine Gefühle zeigen und nicht verletzt sein dürfen. Damit glauben sie, bekommen sie Respekt.
Wovor ich aber wirklich Respekt habe ist vor Männern die weinen. Erstens behandelt man niemanden wie ein rohes Ei, von dem man glaubt er hätte keine Gefühle. Zweitens steckt eine immense Kraft dahinter, sich gegen dieses allgemeingültige Klischee und diese gesellschaftliche Konditionierung zu stellen und Gefühle zu zeigen.
Auch wenn die Welt jetzt nicht wie durch Zauberhand ein ganz offener, herzlicher Ort wird – wenn du selbst dich öffnest, dann kann die Welt für dich ein schönerer Ort werden. Genieße dein Leben als die Person, die du bist und in vollen Zügen.
Wie stehst du zu dem Thema? Versteckst du dich oder öffnest du dich? Ich freue mich über dein Feedback. 🙂
Sei du selbst und geh deinen Weg!

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Bine

    HiI! 🙂
    Ich muss sagen, ich bevorzuge es auch, offen zu sein. Ich denke einfach, dass dann auch weniger Missverständnisse entstehen können.
    Männer, die weinen, ist auch ein schönes Beispiel. Ich habe mal meinen Papa weinen gesehen, als sein Vater gestorben ist. Da fand ich es sehr schön, weil ich mich ihm dadurch noch viel mehr verbunden gefühlt habe. Und ich fand es schön, dass er dazu stand.
    In manchen Situationen merke ich aber auch bei mir, dass mir das bei Männern dann doch auf den Keks gehen kann. Aber nicht, weil sie weinen, sondern weil ich selbst nicht so der Typ für ständige Gefühlsduseleien bin. Frauen gehen mir dahingehend also auch gern mal auf den Keks. 😉
    Ich denke, sich zu verstecken bringt niemandem etwas. Warum? Weil du dich nie frei fühlst und auch nie hundertprozentig verstanden wirst. Und das macht auf Dauer keinen Spaß.
    LG, Bine

    1. chrideschi

      Hi Bine,
      schön dass du ein offener Mensch bist. 🙂
      Es ist absolut richtig, dass weniger Missverständnisse entstehen. Außerdem lernt man eine Menge über sich selbst und andere, geht auch mal an seine Grenzen und entwickelt sich weiter, wenn man bewusst versucht offener zu sein.
      Was das Weinen betrifft: Wenn die Welt offener wäre, dann gäbe es wahrscheinlich auch nicht mehr so viele Gründe zum Weinen 😉
      Liebe Grüße
      Tina

  2. Bine

    HiI! 🙂
    Ich muss sagen, ich bevorzuge es auch, offen zu sein. Ich denke einfach, dass dann auch weniger Missverständnisse entstehen können.
    Männer, die weinen, ist auch ein schönes Beispiel. Ich habe mal meinen Papa weinen gesehen, als sein Vater gestorben ist. Da fand ich es sehr schön, weil ich mich ihm dadurch noch viel mehr verbunden gefühlt habe. Und ich fand es schön, dass er dazu stand.
    In manchen Situationen merke ich aber auch bei mir, dass mir das bei Männern dann doch auf den Keks gehen kann. Aber nicht, weil sie weinen, sondern weil ich selbst nicht so der Typ für ständige Gefühlsduseleien bin. Frauen gehen mir dahingehend also auch gern mal auf den Keks. 😉
    Ich denke, sich zu verstecken bringt niemandem etwas. Warum? Weil du dich nie frei fühlst und auch nie hundertprozentig verstanden wirst. Und das macht auf Dauer keinen Spaß.
    LG, Bine

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