Nein sagen

Warum nein sagen so schwer ist

Fällt es dir schwer für deine Bedürfnisse einzustehen? Zu sagen, was du willst und nein zu sagen, wenn du etwas nicht willst?

Damit bist du nicht alleine. Ich behaupte, der Mehrheit der Frauen geht es heute immernoch so.

Um dein Leben nach deinen Vorstellungen zu gestalten ist es natürlich Voraussetzung, dass du genau das lernst.

Doch warum ist es eigentlich so schwer?

Als Kind wirst du mit Bedürfnissen zurück gewiesen

Bei den meisten Menschen fängt es schon früh in der Kindheit an. Ganz zu Anfang, da kannst du als Baby nur schreien. In der Regel ist deine Mama schnell zur Stelle und probiert alles mögliche aus, damit es dir besser geht.

Dann lernst du Laufen und Reden und plötzlich ist es irgendwie anders. Wenn du jetzt deine Bedürfnisse äußerst oder gar nein sagst, dann will sich keiner mehr so richtig darum kümmern.

Die wenigsten Eltern machen das bewusst. Man hat es ihnen selbst einmal vorgelebt und nun tun sie einfach das beste, was sie können.

Hinter scheinbar harmlosen Sätzen wie: „Lass der Mama doch einfach mal ihre Ruhe.“ steckt die Aufforderung die eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken und zu ignorieren. Die Eltern wollen in Ruhe gelassen werden, die Eltern wollen dir vielleicht sogar beibringen, dass man nicht immer alles im Leben bekommt, weil das Leben nunmal so ist.

Sie bringen dir bewusst oder unbewusst bei, dass Bescheidenheit siegt, dass diejenigen, die zurückhaltend sind am Ende viel mehr bekommen. Viele Märchen behaupten das gleiche.

Doch leider, wenn du erst einmal erwachsen geworden bist, stellst du fest, dass die Welt da draußen ganz anders funktioniert.

Sie haben es nicht böse gemeint, deine Eltern. Sie wollten sicher das Beste für dich. Aber wie sagt man so schön, gut gemeint ist der kleine Bruder von schlecht gemacht.

Eben diese Konditionierung, dass das Äußern der eigenen Bedürfnisse irgendwie schlecht ist, die musst du loswerden um ein erfolgreiches und erfüllendes Leben führen zu können.

Als Frau sollst du dich um andere kümmern, nicht selbst etwas wollen

Erschwerend kommt jetzt hinzu, wenn du eine Frau bist. Du glaubst wir haben eine Gleichberechtigung? Pustekuchen.

Männer und Frauen werden nicht nur immernoch unterschiedlich bezahlt oder behandelt, sie werden schon von Grund auf anders erzogen.

An Frauen werden einfach ganz andere Erwartungen gestellt als an Männer.

Von Männern erwartet man, dass die Leistung bringen, (beruflichen) Erfolg haben, keine Gefühle zeigen und Ressourcen bereitstellen. Falls du nicht überzeugt bist, begib dich mal ein eine Versicherungsgesellschaft und nimm probehalber das Wort „Gefühle“ in den Mund.

Von Frauen wird erwartet, dass sie schön, sexy, anpassungsfähig, gefühlvoll und aufopfernd sind. Dass sie sich um andere kümmern und sich selbst zurück stellen.

Diese Rollenbilder sind leider in vielen Köpfen noch immer verankert. Und deine Eltern haben dir dieses Bild ebenso mitgegeben, als du noch klein warst.

Selbst wenn du es jetzt also schaffst, diese Prägung loszulassen, dich also „wie ein Mann“ zu benehmen, dann wirst du trotzdem deutlich mehr Gegenwind erhalten.

Dann fragt sich dein Gegenüber nämlich, was jetzt los ist, weil eine Frau sich ja gar nicht so zu benehmen hat.

Genau das macht den Wandel auch so schwierig. Und genau das ist auch der Grund, warum auch heute noch die Frauen den Löwenanteil im Haushalt machen.

Für den Mann ist es selbstverständlich, dass er sich Zeit für sich nimmt. Wenn eine Frau daran denkt sich Zeit für sich zu nehmen muss sie gegen ein schlechtes Gewissen und einen vorwurfsvollen Ehemann ankämpfen.

Auch wenn du Gegenwind bekommst, bleib dran und steh zu dem was du bist. Du bist ein Mensch, mit allen Facetten, mit Bedürfnissen und Rechten. Lass sie dir nicht nehmen, nur weil du ein schöneres Chromosom mehr hast.

Autoritäre Erziehung in der Schule – Nein sagen wird bestraft

Natürlich prägt dein Elternhaus dich am meisten. Doch da hört es noch nicht auf.

Die allgemeinbildenden Schulen sind stark darauf ausgelegt dich hörig zu machen. Wenn du selbst denkst oder handelst, wirst du bestraft.

Du hast auf die Lehrer zu hören und darfst nicht in Frage stellen, was sie entscheiden. Du bist ihrer Macht vollkommen ausgeliefert.

Vielleicht hast du schon einmal von der Studie gehört, in der getestet wurde, wie sehr wir auf Autoritäten vertrauen, indem die Probanden Befehl erhalten haben Stromschläge zu verteilen.

Das Ergebnis ist schon schockierend. Aber auch nicht verwunderlich.

Fang an mitzudenken. Lass nicht immer alles zu, was vermeintlich höher gestellte dir aufzwingen wollen. Sie haben nicht immer recht und sind auch nur Menschen.

Medien als Vorbilder – Wert wird nach Leistung zugeschrieben

Das weißt du bestimmt schon: Wir werden natürlich nicht nur von Eltern, Lehrern und anderen Kindern beeinflusst, sondern auch von den Medien.

Was zeigen die uns? Was für ein Mensch musst du sein, um dem aktuellen Standard zu genügen?

Die Technik macht es möglich, dass die Medien uns glauben machen, man müsste ein perfektes Aussehen haben, viel Geld und das neuste Auto und außerdem zählt nur Leistung.

Wenn dein Wert durch Leistung bestimmt wird, was passiert dann, wenn du mal nicht leisten kannst oder willst?

Ganz genau. Und deshalb ist das auch so gefährlich.

Du willst zu keiner neuen Gelegenheit nein sagen, weil du könntest etwas wichtiges verpassen.

Du willst nicht nein sagen, nicht zugeben, dass du am Ende deiner Kräfte bist oder eben einfach nicht noch mehr machen kannst.

Weil du Angst hast, dann nichts mehr wert zu sein.

Dein Wert bestimmt sich aber durch so viel mehr als das. Vergiss das niemals.

Angst vor Zurückweisung und dass andere dich nicht mehr mögen

All das würde vielleicht gar nicht so viel bewirken, wenn es diesen blöden Überlebensmechanismus nicht gäbe.

Menschen sind soziale Wesen. Warum ist das so?

Die Angehörigkeit einer Gemeinschaft sichert dein Überleben. So einfach ist das.

In dem Moment, in dem ein anderer Mensch dich nicht mag, nicht schätzt oder sogar zurückweist, gerät deine Stellung in der Gemeinschaft und damit deine Lebensversicherung in Gefahr.

Zumindest glaubt dein Urzeithirn das noch. Genau deshalb ist es so unangenehm, nicht gemocht zu werden, nicht den Standards zu entsprechen.

Nein zu sagen oder andere um etwas zu bitten, was man selbst möchte. Aus Angst vor dieser Zurückweisung.

Heute ist das Unsinn. Komm in der aktuellen Welt an und werde dir bewusst, dass es genügend Menschen da draußen gibt, die dich lieben wie du bist.

Dass dein Überleben gesichert ist. Dass du selbst dafür sorgen kannst, dass du überlebst und noch viel mehr.

Nochmal kurz zusammengefasst:

  • Auch wenn es schwer ist – lerne deine Bedürfnisse zu äußern und sie zu erfüllen.
  • Kümmer dich zuerst um dich, dann hast du auch die Ressourcen für andere da zu sein.
  • Denk selbst nach statt einfach zu machen, was man dir sagt.
  • Erkenne, dass dein Wert viel mehr ist, als deine Leistung.
  • Gib nichts darauf, was andere denken. Du wirst immer geliebt.

Fällt es dir schwer nein zu sagen oder nach etwas zu fragen? Was hilft dir dabei? Hinterlass einen Kommentar, ich bin gespannt.

Übernimm die Führung in deinem Leben, denn deine Träume verdienen es, gelebt zu werden.

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