Wie deine Komfortzone dich gefangen hält

Wie deine Komfortzone dich gefangen hält

Wir sind alle Gefangene. Sträflinge der Gewohnheiten der breiten Masse. Angekettet an Bequemlichkeit, Faulheit und Prokrastination. Doch wir Menschen sehnen uns nach Wachstum und Fortschritt.
Was hindert uns daran, den nächsten Meilenstein zu setzen? Viele Dinge halten einen auf, aber nicht fest. Wir bleiben nur stehen, wenn wir uns daran klammern.
Ein ungutes Gefühl, Bilder aus der Vergangenheit oder auch negativer Einfluss deiner Mitmenschen halten dich davon ab, den Schritt aus der Komfortzone zu wagen.
Was ist deine Komfortzone?
Bei deiner Geburt bist du ein unbeschriebenes Blatt. Ab der frühen Kindheit bekommst du gesagt, wie du dich verhalten sollst. Nach und nach entwickelst du Muster, Ängste, Gewohnheiten und somit auch deine Komfortzone. Hauptsache möglichst wenig Risiko und Stress.
Eltern, Lehrer, Mitschüler und Freunde haben dabei einen sehr großen Einfluss auf dich. Unterbewusst etablieren sich die verschiedensten Ängste und Sorgen, auch wenn sie eigentlich nicht existieren.
Zu beachten gilt, dass Angst nicht etwas Schlechtes ist. Im Gegenteil, Angst ist ein Schutzmechanismus, den wir Menschen für Gefahrensituationen entwickelt haben. Jedoch ist es wichtig, den Umgang mit Angst zu lernen.
Deine Komfortzone ist der Bereich, in dem du dich immer wohlfühlst, in dem du Dinge machst, bei denen du absolut keine Angst hast. Das sind also solche Dinge, die du immer wieder machst. Deine Komfortzone zu verlassen bedeutet etwas Neues zu machen.
Menschen sind keine Massenproduktion, Menschen sind Unikate, deswegen ist die Komfortzone auch bei jedem Menschen anders gestaltet. Was ist deine Komfortzone? Meistens müssen wir die Dinge tun, vor denen wir Angst haben, um zu wachsen.
Warum Angst überlebensnotwendig ist
Alle deine Ängste hast du dir im Laufe deines Lebens selbst antrainiert. Genauso kannst du sie aber auch wieder abschütteln. Auf der anderen Seite ist Angst notwendig für dein Überleben.
Schon in der Steinzeit war die Angst ein Anzeichen für Gefahr oder Sterben. Heute können wir aber oft nicht mehr zwischen begründeter und irrealer Angst unterscheiden. Die meisten Ängste die wir haben, treten meistens sowieso nicht in Erfüllung.
Was ist deine größte Angst?
Raus aus der Komfortzone
Wackelige Knie und dein Puls ist auf Hochtouren. Deine Gedanken schießen dir durch den Kopf und lassen dich verstummen. Achtung Herzrasen! Die Angst zu versagen, nicht genug zu sein und Ansprüchen nicht gerecht zu werden drehen dir den Magen um.
Wann hast du dich das letzte Mal so gefühlt?
Für dein Wachstum ist es notwendig, deine Komfortzone zu verlassen. Erfolgreiche Unternehmer empfehlen sogar, mehrmals pro Woche Dinge zu tun, die einen zittern lassen. Was wolltest du schon immer mal tun?
Aber du findest immer wieder neue Ausreden, um dich zu rechtfertigen.
Um über den eigenen Schatten zu springen, muss man für kurze Zeit das Gehirn ausschalten und einfach loslassen. Den Moment genießen und sich lebendig fühlen.
Was deine Persönlichkeit mit Blumen zu tun hat
Stell dir vor, deine Persönlichkeit ist eine duftende Blume in einer braunen Vase auf deinem Fenstersims. Jeden Tag gießen wir diese Blume, stellen sie in die Sonne und öffnen das Fenster für frische Luft. Das einzige, was immer gleich bleibt, ist die Vase.
Sie ist deine Komfortzone, wir können sie nicht erweitern, anbauen oder vergrößern. Die einzige Möglichkeit ist, sie durch etwas neues, größeres und besseres zu ersetzen.

„Feel the fear and do it anyway“ – Susan Jeffers

Werde dein eigener Persönlichkeits-Trainer oder Gärtner (falls dir das Beispiel mit der Blume gefällt). Deine Persönlichkeit entwickelt sich parallel zu deiner Komfortzone.
Wenn sich deine Persönlichkeit entwickelt, hat sich mit Sicherheit auch deine Komfortzone verändert.
Du bist zum Casting gegangen, hast dich für das Stipendium beworben oder hast die hübsche Frau in der Bar nach einem Date gefragt.
Prompt hast du auch eine Absage erhalten. Bist du jetzt ein Versager? Nein! Du hattest davor niemanden für ein Date und danach auch nicht.
Das einzige was sich verändert hat, ist deine Persönlichkeit.
Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Wir Menschen tendieren dazu, sich oft das Worst-Case Szenario vorzustellen und auch davon auszugehen. Unser Unterbewusstsein arbeitet dann auch gleich mit diesen Bildern, denn es kann nicht unterscheiden, ob diese Vorstellungen Realität oder Einbildung sind.
Sei ein Optimist. Finde Wege, wie du aus jeder Situation etwas lernen kannst und wie sie dir zum Besten dient. Teste es selbst! Die Resultate werden dich überzeugen.
Oft bekommen wir aber im Leben genau das, was wir tief in unserem Inneren verlangen. Vielleicht ist es an der Zeit, an der persönlichen Einstellung zu arbeiten.
Aufgabe:
Schreibe für eine Woche alle deine Ängste im Detail auf und mit der Zeit wirst du merken, dass wir eigene Ängste erschaffen, die eigentlich nicht existieren.
8 Gründe, warum es sich lohnt die Komfortzone zu verlassen

  • Ich lerne mich selbst besser kennen
  • Durch den Ausbruch erhalte ich eine Menge Momentum
  • Das Verlassen wird ein unvergessliches Erlebnis und peppt den Alltag auf
  • In Zukunft werde ich weniger Schwierigkeiten haben, die Komfortzone öfter zu verlassen
  • Ich erweitere meinen Horizont
  • Je nach Resultat lerne ich mit Niederlagen besser umzugehen
  • Mein Selbstvertrauen wächst und ich kann meine Fähigkeiten besser einschätzen
  • deine Produktivität wächst durch Erwartungen oder Deadlines

Komfortzone – der neue Trend?
Der Trainer Jim Rohn sagte:
„Unser Leben ist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen“.
Dies kann man auf alle Lebensbereiche beziehen, Sport, Noten im Studium, politische Einstellung, Religion und Arbeit. Du hast einen sehr großen Einfluss auf diese 5 Menschen und sie auf dich.
Wenn du anfängst, deine Komfortzone verlassen, werden es meistens Freunde, Bekannte und Familie auch tun. Diese gemeinsamen Erlebnisse sind es, die Freundschaften wachsen lassen.
„Deine Umgebung gewinnt immer“ sagte Redner Stewart Emery.
Wenn du neue Bereiche entdeckst, kannst du authentischer leben, deine Grenzen sprengen und deine Identität neu definieren. Leichter gesagt als getan. Leider gibt es keinen der dir diese Aufgabe abnimmt. Wir müssen Gelegenheiten sehen, Chancen ergreifen und Veränderung schaffen.
So fängst du am besten an

  • Gehe kleine Schritte. Du musst eine Menge Mut aufbringen, um aus deiner Komfortzone auszubrechen. Es soll dich herausfordern, aber nicht überfordern. Viele kleine Erfolgserlebnisse geben dir mehr Selbstvertrauen für größere Herausforderungen.
  • Gestalte deinen Tag anders. Mache heute dein Sportprogramm vor der Arbeit. Spreche in der Pause mit einem neuen Kollegen. Trinke deinen Kaffee heute ohne Zucker. Es sind Gewohnheiten, die unser Leben langweilig und komfortabel machen.
  • Schaue abends kein Fernsehen. Anstatt dessen schreibe deinem besten Freund einen Brief. Wer macht das denn heute noch? Lerne ein Instrument. Lade den Nachbarn zum Essen ein. Probiere es für eine Woche aus. Deine Lebensqualität wird sich vollkommen verändern.
  • Löse Konflikte mit deinen Mitmenschen. Oft neige ich dazu, Konflikten aus dem Weg zu gehen oder mich nicht zu entschuldigen, weil mein Dickkopf mir im Weg steht. Dieser eine Streit nimmt mir eine Menge Energie. Nach einem kurzen Anruf und einer Entschuldigung ist die Situation geklärt und ich fühle mich viel besser als zuvor. Überzeuge dich selbst!

Es gibt viele andere Wege, deine Komfortzone zu sprengen und sich zu verändern. Aus diesem bequemen Bereich auszubrechen ist schwierig. Frage Leute, wie sie immer wieder ihren Horizont erweitern und lausche ihren Geschichten. Wir Menschen sind stärker als Rudel.
Wo solltest du aus deiner Komfortzone ausbrechen?


Über den Autor

Aaron Rosenfelder studiert Betriebswirtschaftslehre an der dualen Hochschule in Villingen-Schwenningen. Neben der Musik und dem Sport beschäftigt er sich gerne mit Persönlichkeitsentwicklung und will demnächst seinen Blog veröffentlichen. Erfahre mehr auf Facebook


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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Bine

    Huhu!
    Ein wirklich schöner Artikel – die Metapher mit der Blume gefällt mir richtig gut. Allerdings weiß ich nicht, ob die Vase so das beste Beispiel ist, denn immerhin ist sie für die Blume lebensnotwendig, ohne sie könnte die Blume nicht im Wasser stehen und würde schlichtweg vertrocknen. Ich verstehe, was du meinst und ich denke, ich nehme als meine Komfortzonen-Metapher einfach das Fenstersims. Neuer Ort, neue Herausforderung sozusagen. 😉
    Wenn ich vor etwas wirklich Angst habe, ist es eigentlich weniger mein Gehirn, dass mir sagt „Tu das nicht“. Ganz im Gegenteil, mein Gehirn sagt eher „Wie albern führst du dich denn gerade auf??“. Es ist eher ein Gefühl, ein Instinkt und den zu überwinden, fällt manchmal wirklich schwer. Umso besser, wenn man helfende Hände hat. In solchen Momenten hilft es mir immer, von jemandem unterstützt zu werden in dem Vorhaben, jetzt in diesem Moment mal etwas Neues auszuprobieren. 🙂
    Liebe Grüße,
    Bine

    1. Aaron

      Hi Bine, danke für dein Feedback!
      Die Vase ist überlebenswichtig, ganz klar. Man muss sie aber eben von Zeit zu Zeit austauschen, in Sinne der Komfortzone eben „zerbrechen“, um sie auszutauschen.
      Grüße,
      Aaron

  2. Ralf

    Das Leben wird so viel leichter, wenn wir an unseren Baustellen arbeiten. Aber Achtung Veränderung kann auch Autsch machen. Grüße aus Ulm Ralf

    1. Naja, ich finde Stillstand tut mehr weh. Veränderung gehört eben einfach zum Leben dazu. Wenn dein Körper sich nicht ständig verändern würde, dann wärst du schon längst tot 😉
      LG

  3. Ein sehr inspirierender und wertvoller Artikel, vielen Dank dafür. Ich denke, daß die meisten Menschen nicht wissen, was sie alles können, wenn sie es nur schaffen würden „diese Komfortzone“ zu verlassen.
    Gruß aus dem Allgäu
    Martin

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