Marienkäfer

Artikelserie: Positive Psychologie – Hier und jetzt

Gestern ist Vergangenheit.
Der Morgen ist ein Geheimnis.
Heute ist ein Geschenk.
Unbekannt

Letzte Woche hast du dich mit deiner Vergangenheit beschäftigt und hoffentlich einige belastende Gefühle losgelassen und verarbeitet. Heute soll es darum gehen ganz in der Gegenwart zu leben.
Wenn du dich zu sehr auf die Vergangenheit konzentrierst kann es passieren dass du dich in ihr verlierst und dein Leben gar nicht mehr so richtig genießen kannst. Der einzige Moment der uns bleibt ist der jetzige. Das ist das Leben – nur dieser Moment.
Deshalb ist es gut zu lernen sich auf die Gegenwart zu konzentrieren und jeden Moment voll auszukosten.
Dabei ist es in manchen Situationen gar nicht so einfach das Leben zu genießen. Manchmal hat man das Gefühl alles würde schief laufen oder man ärgert sich über andere Menschen oder über sich selbst.
Stress und Ärger schaden
Solche Gefühle schaden uns mehr als sie nutzen. Regelmäßiger Ärger und Wut führen nicht nur zu gestörten sozialen Bezügen sondern erwiesenermaßen auch zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und weiteren Krankheiten.
Stress macht man sich meistens selbst auch wenn es einem meistens so vorkommt als wäre es die Umwelt, die einen stresst. Die Frage ist immer, wie man damit umgeht.
Wenn du dich gestresst fühlst dann katapultierst du dich in die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion. Die ist ganz natürlich und hat in vielen Situation durchaus ihre Daseinsberechtigung.
Allerdings – um es mit den Worten von James Altucher auszudrücken – hatte die Natur dabei tatsächlich Kampf oder Flucht im Sinn und nicht das starren auf einen Compiterbildschirm.
In diesem Stresszustand schüttet dein Körper eine Menge Cortisol aus. Cortisol tötet nicht bloß Gehirnzellen sondern du kannst dich auch überhaupt nicht mehr konzentrieren. Das kennst du sicher.
Eigentlich solltest du nun entweder flüchten oder kämpfen um diesem Hormon nun gerecht zu werden. Wenn du es aber einfach in dich hineinfrisst und „nichts“ tust kann es viel Schaden anrichten. Leider ist das in der heutigen Gesellschaft aber oft die einzige Möglichkeit die uns bleibt.
Stressmanagement durch Achtsamkeit ist eine gute und beliebte Methode diesen Zuständen vorzubeugen oder sie zumindest etwas zu entschärfen.
Achtsamkeit im Alltag
Eine gute Portion Achtsamkeit ist schon einmal eine gute Grundlage sich mehr auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und das Leben voll auszukosten.
Denn allzu oft gehen wir blind und taub durch’s Leben und haben am Ende keine Erinnerung mehr an unsere schönen Momente.
Achtsam bist du, wenn du dich voll auf etwas bestimmtes konzentrierst und versuchst so viele Eindrücke wie möglich aufzunehmen. Klingt eigentlich ganz einfach, bedarf aber etwas Übung.
Beim Duschen zum Beispiel denken die meisten Menschen darüber nach was sie danach machen müssen, was gestern bei der Arbeit passiert ist oder irgendetwas, das ihnen im Kopf herumspukt.
Unter der Dusche kann man sich aber auch voll und ganz auf das Duschen konzentrieren. Es ist wie eine kleine Meditation.
Spüre das Wasser über deinen Körper fließen und die Temperatur des Wassers, der Luft um dich herum. Wie fühlen sich deine Zehen an, wie deine Arme, der Rest deines Körpers?
Rieche den Duft des Shampoos oder Duschgels, spüre die Beschaffenheit – fühlt es sich cremig weich an, oder erfrischt es deine Haut? Achte auf deinen Atem, atmest du ruhig und gleichmäßig?
Es ist wirklich schwierig und wahrscheinlich sogar unmöglich absolut alles gleichzeitig zu spüren. Aber mit der Übung wird es leichter und du trainierst deinen Fokus.
Während du dich so auf den Moment konzentrierst kann das Gedankenkarussell sich erst einmal hinten anstellen und du wirst sehen, dass du dich später viel besser an das Erlebnis erinnern wirst.
Diese Konzentration kannst du eigentlich bei allem üben was du tust.

  • Beim Gehen
    Wie fühlen sich die Schritte genau an, was machst du mit deinen Armen, wie atmest du, was passiert um dich herum, was hörst und siehst du, wie ist die Temperatur usw.
  • Atmen zwischendurch
    Konzentriere dich immer mal wieder auf deinen Atem, spüre dabei wie er ein und ausfließt und wie sich dein Bauch hebt und senkt
  • Zuhören
    Hörst du zu wenn jemand spricht oder denkst du schon darüber nach was du als nächstes sagen willst? Ich wette letzteres. Es ist auch unendlich schwer das nicht zu tun – aber Übung macht den Meister.
  • Mahlzeiten
    Wir essen vor dem Fernseher, vor dem Rechner bei der Arbeit oder sogar in Auto nebenher. Essen ist nicht bloß eine lästige Notwendigkeit sondern purer Genuss. Konzentriere dich besser auf deine Mahlzeiten, genieße sie.

Konzentriere dich wann immer möglich voll und ganz auf deine Tätigkeit und den Moment.
Mit Situationen umgehen
Immer wieder gibt es einfach diese Situationen in denen man sich ärgert oder sich übervorteilt fühlt.
Auch hier kann Achtsamkeit helfen, besser und entspannter mit der Situation umzugehen. Ärgerlich wird eine Situation nämlich meist dann, wenn wir anfangen über die möglichen Folgen nachzudenken.
Nimm das AIM-Modell mit und versuche die Situation so neutral wie möglich darzustellen. Überlege wie du gerade die Situation bewertest und vielleicht warum.
Versuche schon während das Ereignis stattfindet eine positivere Alternative zu finden. Denke außerdem immer daran, dass die Folgen wahrscheinlich gar nicht so schlimm sind, wie du sie dir im Moment vorstellst.
Übe deine Achtsamkeit so oft es geht und du wirst mit der Zeit spürbar gelassener werden und dein Leben erfüllter erleben und genießen können.
Nächste Woche geht es um Optimismus und Zukunft.
Kennst du einen Trick, mit dem man den Moment besser genießen kann? Ich freue mich über dein Feedback. 🙂
Hier findest du die weiteren Beiträge der Artikelserie
Vergangenheit aufarbeiten
Optimistisch in die Zukunft
Sinn im Leben
Persönliche Stärken finden und einsetzen
Self-Image
Funktionierende Beziehungen

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