Einfach mal was dummes sagen

Einfach mal was dummes sagen

Welche Ansprüche stellst du eigentlich an dich selbst? Jeder Mensch hat so seine eigenen Ansprüche an sich und wenigstens in einem Bereich sind die doch meistens ziemlich hoch und sogar höher, als die Ansprüche an andere Menschen.
Dabei sind weder Erfolgsdruck noch Perfektionismus wirklich förderlich um sich in seiner Haut wohlzufühlen und mit den eigenen Leistungen zufrieden zu sein. Was kannst du dagegen tun?
Angst vor Ablehnung
Ich selbst habe zum Beispiel recht hohe intellektuelle Ansprüche an mich. Es ist mir wichtig viel zu wissen und mit diesem Wissen auch zu glänzen. Soll doch bitte bloß keiner auf die Idee kommen ich könnte dumm sein!
Warum das so ist – ehrlich, keine Ahnung. Das Problem dabei ist aber eben das, dass ich mich ständig selbst unter Druck setze. Und was noch schlimmer ist: Wenn ich mal etwas nicht weiß oder einen Fehler mache fühle ich mich verdammt schlecht.
Das lässt sich vielleicht verhindern indem ich mich verbissen daran mache alles mögliche zu wissen und mir sehr lange Gedanken mache bevor ich überhaupt etwas sage (wohl kaum) oder aber indem ich mir selbst nicht so viel Druck mache.
Letzteres ist wohl die sinnvollere Variante, denn ich hab ja besseres zu tun, als mir über mein Wissen und meine Intelligenz Sorgen zu machen und komme vielleicht gar nicht mehr zu Wort, weil ich mich nicht traue etwas zu sagen.
Das Problem ist ja, dass ich irgendwie Angst davor habe, wie mein Gegenüber reagiert, wenn ich etwas dummes von mir gebe. Eigentlich ist das aber ziemlich unrealistisch. Was soll denn schon passieren?
Beweise dir selbst, dass es in Ordnung ist
Um mir also zu beweisen, dass meine Ängste in dieser Hinsicht unbegründet sind mache ich es einfach. Ich streue ganz bewusst hin und wieder einen dummen Kommentar in ein Gespräch ein.
Was glaubst du passiert? Mit engen Freunden kann man über so etwas herzhaft lachen. Es hat also sogar einen positiven Effekt. Fremde Personen reagieren meist kaum auf solche Aussagen.
Man kann also fühlen, dass die allgemeine Meinung des anderen über einen selbst sich durch so etwas nicht oder wenn überhaupt kaum verändert. Die meisten Menschen stehen kleinen Fehlern mit Akzeptanz gegenüber.
Damit beweist du dir immer wieder, dass es einfach nicht schlimm ist, solche Fehler zu machen. Mit jedem Mal wird es leichter und hinterher freust du dich immer wieder, dass du es geschafft hast, ohne dich schlecht zu fühlen und dass dein Gegenüber dich immernoch genauso schätzt, wie zuvor.
Probier doch einfach einmal aus etwas dummes zu sagen und achte darauf, wie dein Umfeld reagiert. Wenn du das ganze wie ein kleines Spiel betrachtest fällt es dir noch viel leichter.
Du machst das ganze ja, um etwas herauszufinden und etwas neues zu lernen. Deine Gesprächspartner dienen sozusagen als Versuchskaninchen. Wenn du das im Hinterkopf hast, sollte es dir schon gar nicht mehr schwer fallen.
Was für „dumme“ Aussagen gilt, funktioniert natürlich auch bei vielen anderen Dingen. Hast du vielleicht Sorge ein dummes Gesicht zu machen, einen falschen Schritt beim Tanzen zu tun, einen Schreibfehler zu machen?
Soll niemand etwas über ein bestimmtes Gefühl oder einen Gedanken wissen? Ist dein Kuchen nicht perfekt genug, oder hast du eine Falte in deiner Bluse?
Über viele eher unwichtige Kleinigkeiten machen wir uns große Sorgen. Ein guter Weg solche Sorgen zu schmälern ist, es eben einfach auszuprobieren und sich selbst damit sozusagen umzuerziehen.
Hast du Angst vor anderen irgendwie doof da zu stehen, etwas falsches zu tun oder zu sagen? Hat dir diese Methode helfen können, diese Sorgen zu überwinden? Schreib mir doch einen Kommentar, ich freue mich über dein Feedback. 🙂
Sei du selbst und geh deinen Weg!

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Betti

    Oh oh, wie ich das kenne und ich bringe nach wie vor den Mut nicht auf, nicht was Dummes von mir zu geben, dann sag ich lieber gar nichts. Ich bin daher auch nicht für Smalltalk geeignet, mir fällt da nie was „flaches“ ein, was für mich nicht doof klingt.
    Vom Wetter reden zBsp geht nicht, hab ich keine Ahnung von, bin ja kein Meteorologe, also Schweigen und peinliche Stille.
    Werd Deinen Tipp mal ausprobieren, kostet aber total Überwindung 😉

    1. Hi Betti,
      ich kann deine Gefühle da sehr gut nachvollziehen. Mit Smalltalk habe ich allerdings keine Probleme und durch viel Übung inwzischen auch absolut keine Probleme mehr damit, etwas total bescheuertes von mir zu geben. Allerdings kostet es anfangs ganz schöne Überwindung. Doch was wäre das Leben denn ohne ein wenig Dummschwätzerei? 😉
      Aber wenn du nicht über das Wetter schwatzen willst, sondern etwas sinnvolles ansprechen, versuch doch einfach mal anstatt von Smalltalk tiefgreifende Themen anzusprechen. Die eine oder andere Persobn mag darauf nicht so positiv reagieren, in jedem Fall aber zeigt sich auf diese Art sogleich, welche Menschen auf deiner Wellenlänge sind und welche eher nicht. Probier es aus, wenn du dich traust. 😉
      Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute 🙂
      LG Tina

      1. Marcello

        Hallo Tina,
        diesen Artikel fand ich sehr interessant, aber “etwas Dummes sagen“ kann sehr weit gefasst werden. Wie oft kommt es doch vor (z.B. in einer Vorlesung), dass ein Fehler ewig nicht bemerkt wird, obwohl viele Leute es eigentlich besser wissen. In diesem Fall ist es wichtig, auf Fehler hinzuweisen, auch wenn man mal daneben liegen kann. Klar, advocatus diaboli ist kein toller Job, und das Risiko unbeliebt zu werden schwingt da immer mit, wie ich auch selber schon erleben musste. Ich aber bewundere diese Leute immens, die auch einmal vermeintlich ´dumme´ Fragen stellen, anstatt einfach mit der Mehrheit zu schweigen. Es gibt nämlich nicht nur die viel besprochene Schwarmintelligenz, sondern auch die Schwarmdummheit, man muss sich nur mal Managment-Riegen bestimmter Firmen anschauen. Aber es geht noch schlimmer, z.B. im Dritten Reich, weshalb ein fantastisches Buch über den Theologen und Freiheitskämpfer Dietrich Bonhoeffer auch den Titel: Wir hätten schreien müssen trägt.
        Und dann gibt es noch die Smalltalk-Dummheit, die Ihr beiden angesprochen habt. Manchen liegt das mehr, anderen weniger, aber das wichtige ist, dass man es trainieren kann. Einfach bisschen abschauen, was die anderen so sagen und schamlos nachmachen ist da nicht ganz die feine, aber eine effektive Methode 😉 Es muss einem nur klar sein, dass man redet, um Spaß zu haben, dass man Spaß hat beim Reden und nicht aufgrund der tiefschürfenden Inhalten. Also: Der Quatsch-Marathon kann beginnen 😀

        1. Hi Marcello,
          die Schwarmdummheit von der du sprichst kenne ich natürlich nur zu gut. Auf möglicherweise folgenschwere Fehler hinzuweisen ist natürlich durchaus sinnvoll. Was ich ansprechen wollte, mit diesem Artikel, war vor allem die fehlende Folge davon, wenn man im Alltag etwas „dummes“ sagt. Denn sich selbst unter Druck zu setzen führt selten zu guten Gefühlen. Und selbst dann, wenn man für einen Fehler kritisiert wird, dann kann man sich darüber freuen, etwas gelernt zu haben und eventuelle folgen eines Fehlers verhindert zu wissen.
          Liebe Grüße
          Tina

  2. Daniel

    Hallo Tina,
    ich finde Deinen Blog toll. Habe gerade ein paar Passagen gelesen. Auf meiner Webseite blogge ich nur positive Nachrichten und Beiträge. Hättest Du eventuell einmal Lust einen Artikel auf meiner Seite zu veröffentlichen? Meine Leser und ich würden sich darüber sehr freuen. Gerne kannst Du dann auch auf Deine Seite verweisen.
    Ich freue mich von Dir zu hören.
    Liebe Grüße
    Daniel
    http://nur-positive-nachrichten.de/

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