Einsames Fahrrad in der Seitengasse

Blogparade: Nichtstun – Fluch oder Segen

Nichtstun ist irgendwie im Trend heutzutage. Doch ist es Langeweile? Ist es gesund? Ich nehme das Ganze hier einmal für dich auseinander.

Nichtstun – Was ist das?
Ich persönlich bin ja der Meinung, dass das gar nicht geht. Du tust ja immer etwas. Zumindest atmen. Und wenn du die Luft anhältst, dann hältst du die Luft an.
Die ganze Zeit über verdaust du vielleicht, auf jeden Fall schlägt aber dein Herz und es werden unendlich viele Informationen in deinem ganzen Körper hin und her geleitet.
Wer behauptet, beim Schlafen tue er nichts, dem möchte ich sofort widersprechen. Denn im Schlaf ist dein Geist extrem geschäftig. Ganz zu schweigen von dem, was dein Körper im Schlaf leistet, werden eine Menge Informationen umgewälzt, Gefühle ausgegraben, Erlebnisse verarbeitet.
Auch dann, wenn du einen meditativen Zustand des „Nicht-Denkens“ erlebst, bin ich der festen Überzeugung, dass du immer noch denkst.
Descartes sagte einmal: „Ich denke also bin ich.“ Das würde dann also bedeuten, dass ein geübter Mönch zeitweise nicht mehr ist.
Außerdem gibt es in meinen Augen mindestens drei Arten des Denkens:

  1. Sprache
  2. Bilder
  3. Gedanken

Leider weiß ich nicht so genau, wie ich diese dritte Art des Denkens beschreiben soll. Es ist beinahe wie ein Gefühl, du denkst etwas ganz Bestimmtes, aber es ist weder ein Bild, noch lässt es sich mit Worten beschreiben.
Ein Baby mag zum Beispiel auf diese Art und Weise denken. Es hat noch nichts gesehen und Sprache beherrscht es auch noch nicht.
Im Klartext heißt das für mich dass der meditative Zustand des „Nicht-Denkens“ immer noch von dieser Art  von Gedanken begleitet wird.
Wenn du außerdem beim Meditieren gar nicht mehr denken würdest, wo kämen dann die Erkenntnisse, die tollen Einfälle und vieles weitere her, die einem beim Meditieren so zufliegen können?
Wie man überhaupt Nichtstun kann

Gehen wir einmal davon aus, dass du es trotzdem Nichtstun nennen kannst, auch wenn du davon ausgehst, dass du immer etwas tust, dann gibt es dazu verschiedene Möglichkeiten.
Meditation ist eine davon. So gut wie jeder, der es ausprobiert behält die Meditation als Gewohnheit bei und berichtet nur Gutes darüber. Solltest du das noch nicht getan haben, dann probiere es aus. Im Ernst.
Es kann dir helfen, dich und dein Leben besser zu verstehen, deine eigene Kreativität (wieder) zu entdecken, deinen inneren Kern zu finden oder zur Ruhe zu kommen.
Weil es so viele Vorteile hat lohnt es sich meiner Meinung nach durchaus, jeden Tag fest ein paar Minuten dafür einzuplanen.
Es gibt noch viel intensivere Formen davon, wie zum Beispiel Dunkelheits-Experimente. Du begibst dich zum Teil für Tage, oder sogar Wochen in absolute Dunkelheit. Du tust nichts, außer bei dir selbst zu sein.
Auch dabei kannst du viel über dich selbst lernen. Für schwache Nerven ist das aber nichts.
Das klassische auf-dem-Sofa-Nichtstun kennst du sicher schon. Wenn du es damit übertreibst wirst du sehr schnell spüren, dass es nicht gut für dich ist. Es erschöpft und laugt aus und minimiert deine Konzentration sowie deine körperliche Gesundheit.
Das heißt natürlich nicht, dass du dir nicht zwischendurch eine Pause gönnen darfst.
Warum eigentlich
Du fragst dich bestimmt, warum soll ich denn überhaupt Nichtstun? Das ist doch total bescheuert. Mit meiner Zeit kann ich doch besseres Anfangen.
Zum Ersten tust du ja auch dann etwas sinnvolles, wenn du nichts tust. Du lebst.
Zweitens kannst du beim Nichtstun eine Menge über dich selbst lernen, was dich wiederum enorm in deinem gesamten Leben weiterbringt.
Drittens musst du dich ja auch mal ausruhen. Du kannst nicht immer durchgehend produktiv sein, das funktioniert nicht. Hast du schon Mal einen Laptop gesehen, der heiß läuft und ausgeht?
Genau so ist das bei dir auch, du brauchst Pausen und Erholung, damit du in den Zeiten des Tuns auch wirklich produktiv sein kannst.
Was das Nichtstun so schwer macht

Wenn du ein bisschen so bist wie die meisten anderen Menschen dann lenkst du dich mit Kaffee, Zigaretten, Schokolade und Alkohol von den Dingen ab, die du wirklich brauchst und die du fühlst.
In dem Moment in dem du nichts tust beschäftigst du dich automatisch intensiver mit dir selbst. Alles was du sonst so verdrängst oder versteckst kommt zum Vorschein.
Fühlen kann manchmal sehr unangenehm sein. Manchmal fühlt man auch Trauer oder Schmerz über die Vergangenheit. Das zuzulassen ist wirklich extrem schwer.
Außerdem wird es in der heutigen Zeit wahrscheinlich mehr denn je als eine Unmöglichkeit angesehen, wenn man mal nichts tut. Denn es gibt so viel zu tun und man kann alles gleichzeitig erledigen und das praktisch von jedem Ort der Welt.
Die Gesellschaft versucht dir einzuprägen, dass du ein fauler Loser bist wenn du nichts tust. Das halte ich aber für Quatsch, lass dir das bloß nicht einreden.
Wie siehst du das? Gibt es Momente in denen du nichts tust? Ich freue mich über dein Feedback! 🙂
Sei du selbst und geh deinen Weg!


Eine Antwort zu “Blogparade: Nichtstun – Fluch oder Segen”

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